Vereinsleben 2009 Vereinsleben 2008

Der Verein


Vereinsgründung

Gründung als Züchtersparte "Schau - Wellensittiche Dresden"
beim VKSK der DDR durch Abspaltung von der
Sparte "Ziergeflügel und Exoten Dresden"
am 04.07.1980
Erster Vorsitzender war Kurt Radoy
Erster Kassierer Heinz Böhme
Anzahl der Mitglieder zur Gründung 12
erste selbständige Ausstellung,
dabei wurden auch noch andere Sittiche gezeigt
Herbst 1980
Umbenennung in "Dresdner Züchterverein Wellensittiche e.V." am 14.06.1990
1. Offene WS-Regionalgruppenschau
Neue Bundesländer
03.10.1992
Die Gründungsmitglieder im Jahr 1980





Vereinsexkursion 2009

Text: Detlef Knabe
Fotos: Udo Danz, Wolfgang Zerndt

Ein Pfingstausflug der besonderen Art


Pfingsten 2009 war es soweit. Die DSV Ortsgruppe Dresden startete die dreitägige Paddeltour durch den unteren Spreewald. Am Freitagnachmittag trafen alle Vereinsmitglieder mit ihren Partnern und Enkelkindern auf dem Biwakplatz in Märkisch Buchholz ein. Dort wurden die Zelte aufgeschlagen. Eine lustige Grillrunde ließ den Freitagabend bei einem Lagerfeuer ausklingen.

Am Sonnabend wurde kräftig gefrühstückt. Der Bootsverleiher aus Märkisch Buchholz brachte uns mit seinem Transfer nach Schlepzig. Dieser Ort liegt wunderschön gelegen im Übergangsbereich vom mittleren in den unteren Spreewald. Hier bestiegen wir auch die bereitgestellten Paddelboote.


Die Tagestor für den Sonnabend verlief ab Schlepzig über Groß Wasserburg nach Märkisch Buchholz. Diese Tour ist ca. 18 Kilometer lang. Auf dieser Tour wurden von uns Paddlern handbetriebene Schleusen und Wehre passiert. Dieser Abschnitt führt durch unberührte Natur und überwiegend stark bewaldetes Gebiet.


An der Schleuse Groß Wasserburg wurde in einem gemütlichen Biergarten Rast eingelegt. Spreewälder Hausmannskost und ein kühles Bierchen stärkten unsere müden Glieder.


Am Nachmittag trafen wir dann auf dem Biwakplatz in Märkisch Buchholz ein. Ein weiterer Grillabend und ein anschließendes Lagerfeuer sollten diesen gelungenen Tag ausklingen lassen. Als aber alle um das Lagerfeuer saßen, erschütterten zwei kleinere Explosionen im Feuer die ganze Runde. Nach kurzer Schreckpause lachten alle über den Vorfall. Zwei Stunden später war die Ursache der Explosionen aufgeklärt. Einer unserer Mitglieder hatte mit dem Feuerholz zusammen seinen Autoschlüssel verbrannt. Die Explosionen waren also von den Batterien verursacht worden. Trotzdem wurde am Sonntag wieder fröhlich und gut gefrühstückt. Dann musste jedoch eine Planänderung eingefügt werden, denn unser Pechvogel musste ja erst einmal zu seinem Ersatzschlüssel gelangen. Und der lag in seiner Wohnung, das bedeutete 160 km hin und 160 km zurück!!


Die Sonntagtour startete somit erst am späten Vormittag. Dieser zweite Abschnitt führte uns von Märkisch Bucholz nach Priros. Auf diesem Abschnitt verlässt man das stark bewaldete Gebiet und es eröffnen sich links und rechts der Spree Wiesen und Auenlandschaften. Hier kann man herrlich Greifvögel, Graureiher und Eisvögel beobachten. Etwa 15 Kilometer lang war dieser Abschnitt.


Nach der Passage der Schleuse Priros, also 500 Meter vor unserem Ziel, wurden wir von einem derart starken Regen überrascht, dass keiner trocken das Ziel erreichte. Unser treuer Bootverleiher holte uns dann vom Hafen Priros ab und brachte uns zurück zu unserem Biwakplatz in Märkisch Buchholz. Hier endete für alle Teilnehmer dieses sportliche, interessante und erholsame Pfingstwochenende. Solltet ihr jetzt auch Interesse an einer Paddeltour durch den Spreewald haben, steht euch Zuchtfreund Detlef Knabe gern für Fragen zur Verfügung.






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Vereinsexkursion 2008



Ausflug in das Lehr- und Forschungsbergwerk

"Reiche Zeche" und "Alte Elisabeth"

(Fotos: Wolfgang Zerndt ; Text:Thomas Müller)

Freiberg am 13. Dezember 2008

Dresden hat seit vielen Jahren eine enge Beziehung zum Erzgebirge. Der Bergbau reichte noch vor wenigen Jahren bis an die Stadtgrenzen heran. So lag es für uns also nahe, einmal eine Vereinsexkursion nicht vorrangig in den Lebensraum der Vögel zu machen, sondern zum Bergbau nach Untertage.

Die Mitglieder des Vereins trafen sich am 13.12.2008 am frühen Nachmittag im Stadtteil Dresden Löbtau, um zum Lehr- und Forschungsbergwerk "Reiche Zeche" nach Freiberg zu fahren.
Man konnte schon gespannt sein, was Einem da so alles erwartet. Die Anreise verlief soweit reibungslos, nur beim kleinen "Bayern", dem Enkel vom Vorsitzenden, hielt die kindliche Blase nicht bis ans Ziel durch. Nach kurzem Halt nahe Kesselsdorf ging es aber sofort weiter.

In Freiberg angekommen, haben wir das leider verschlossene Schachtgebäude der "Alten Elisabeth" kennen gelernt, welches ein über der Erde befindliches Bergbaumuseum beherbergt. Durch die Fenster konnte man einen kleinen Einblick von den Exponaten erhaschen wie beispielsweise das historisch bedeutende Schwarzenberggebläse, welches als ein von einem Wasserrad angetriebenes Hochofengebläse gebaut wurde. Zwischenzeitlich war dieses Gebläse in der Hütte in Halsbrücke im Einsatz.

Nach diesem kurzen Aufenthalt begaben wir uns schnurstracks zur "Reichen Zeche".
Die Anspannung stieg bei uns mit den Fragen, wie kommen wir da runter, wie sieht es da unten aus, bekommen wir überhaupt noch genügend Luft oder kommen wir überhaupt wieder gesund ans Tageslicht?



Auf dem Schachtgelände eingetroffen, konnten wir uns einen weiteren kurzen Einblick von verschiedenen Bergbaugeräten verschaffen.
Unser Eintrittsgeld wurde dankend entgegengenommen und im Gegenzug bekamen wir Schutzanzüge, Stiefel, Helm und Geleucht ausgehändigt.
Jetzt gab es kein Zurück mehr. Sechs Personen in einem eher funktionellen Aufzug wurden wir ziemlich rasant in die Tiefe gelassen. Der Bergmann nennt das Einfahrt.
Überwältigend, wie großzügig es teilweise dort unten im Berg aussah.
Das haben nun "de Bergleit" in zum Teil mühevoller Handarbeit mit für heutige Begriffe einfachen Werkzeugen und Transportmitteln geschaffen.



So etwa Mitte des 12. Jahrhunderts wurde in ca. 330 Gruben nach Silber und anderen Erzen gegraben. Dabei ging es noch ohne Helm oder Stiefel in den Berg. Das Licht lieferte Anfangs ein Kienspan, später Kerzen und das Werkzeug bestand nur aus Hammer und Schlägel. Auf diese Art wurden bis 1673 etwa 5 Tonnen Silber aus dem Freiberger Revier gefördert. Das klingt nicht viel, aber bei einem mannshohen Vortrieb mit Hammer und Schlägel von rund 10 cm an einem Tag, wohl doch eine erstaunliche Leistung.
Um diese Menge Silber ans Tagelicht zu schaffen, musste zwangsläufig ein Vielfaches an tauben Gestein gefördert werden. Darüber hinaus sollte erst einmal ein Erzgang gefunden werden, der dann zum Abbau verfolgt wurde. Dieser bestand aber auch nicht nur aus reinem Silber.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Freiberger Revier zur bedeutendsten Silberbergbauregion in Europa.
Zu Zeiten der DDR, 1969, wurden die Freiberger Gruben aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt.
Bereits seit 1923 werden die Gruben "Alte Elisabeth"; und "Reiche Zeche" durch die Bergakademie Freiberg als Lehr- und Forschungsgruben und heute zu Beginn des 21. Jahrhunderts zusätzlich als Besucherbergwerk genutzt.

Hochachtungsvoll wanderten, stiegen und kletterten wir über Leitern durch enge Stellen oder über nassen Felsgrund durch die Grube. Die Schwere der Arbeit konnten wir uns allerdings nur schlecht vorstellen. Wie schon erwähnt, musste ja erst mal ein Stollen in den Berg getrieben werden und wenn dann die Bergleute auf eine Erzader stießen, wurde diese verfolgt und abgebaut. Dabei war es unumgänglich das Grundwasser aus der Grube zu befördern und für Frischluft, der Bergmann sagt Wetter, zu sorgen. Zu diesem Zweck grub man Entwässerungsstollen sowie Wetterschächte an das Tageslicht.
Dazu nutzten die Bergleute gezielt die physikalischen Gesetze aus, um den Luftstrom im Berg zu steuern. Je nach Jahreszeit strömte einmal warme Luft von außen zu der kühleren in den Berg bzw. im Winterhalbjahr die dann wärmere Grubenluft nach außen zur kalten Winterluft. Zu diesem Zweck wurden die Wetterschächte noch in unterschiedlichen Höhen gegraben.

Menschlichen Bedürfnissen musste natürlich auch unter Tage Rechnung getragen werden. Die "Toiletten" bestanden allerdings nur aus einem Eimer, welcher zum Schichtschluss von einem der Bergleute mit über Tage genommen wurde. Das war sicherlich nicht unbedingt die Arbeit, um die sich die Kumpel gestritten haben.



Es gibt wahrscheinlich keine alten Sehenswürdigkeiten, bei denen es nicht auch Legenden oder Sagen gibt. So auch in der "Reichen Zeche".
In alten Zeiten war es einem Bergmann gestattet, dass er seine Ziege auf dem Gelände über Tage weiden lassen durfte. Nach Schichtschluss führte er das Tier nach Hause, wo er es melken konnte, um sich mit der Milch des Tieres zu stärken. Eines Tages aber bemerkte er, dass seine Ziege schon gemolken war und er ging an diesem Tag leer aus. Daraufhin nahm der gute Mann seine Ziege mit unter Tage, um sie zu beschützen. Der Ziege gefiel das aber sicherlich nicht so richtig und so nutzte sie die Gelegenheit, als sie einmal nicht richtig angebunden war, zu einen Ausflug. Im schier unendlichem Gewirr der unterirdischen Gänge verlief sich das Tier allerdings und "geistert" bis zum heutigen Tag durch die Grube. Wir konnten uns natürlich von der Richtigkeit dieser doch fragwürdig erscheinenden Sache überzeugen und haben deutlich das suchende Meckern der Ziege vernommen. Leider gelang es uns aber auch nicht, sie ausfindig zu machen, um sie aus ihrer misslichen Lage zu befreien.



Mit einem herzlichen "GLÜCK AUF" möchten wir den Bericht über unsere Exkursion 2008, in eine Welt die für Wellensittichzüchter nicht unbedingt vertraut ist, beschließen

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